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10/02/2009 – WienBereits am Flughafen sitzen die ersten Japaner mit den schicken Staubmasken vor der Nase. Die Angst vor Krankheiten sitzt tief...
Noch immer nicht nervös oder Aufgeregt. Ich flieg halt mal einfach wieder weg...
Neben mir sitzt ein Japaner, und wieder neben ihm ein Europäer, der anscheinend Japanologie studiert und Japanisch spricht. Stolz versucht der Student, ein Gespräch mit dem Japaner in der Mitte anzuknüpfen - außer 5 Wörtern allerdings, bei denen dieser ihm nicht mal ins Gesicht schaut, kriegt er die ganzen 11h Flugzeit nichts weiter aus ihm heraus...
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10/03/2009 – TokyoEinreiseprozedur hält sich in Grenzen - nur gewartet wird lange, der Rest geht ratz fatz.
Aki-san ist tatsächlich gekommen, um mich abzuholen! Gleich auf den ersten Eindruck sehr sympathisch, 23 Jahre jung und schreibt an ihrer Diplom/Master-Arbeit... Sie spricht sehr gut Englisch, auch wenn ich ab und an Schwierigkeiten habe, ihre japanische Aussprache als Englisch zu identifizieren (aber wirklich, wieso verstehe ich denn nicht, dass sie auf
"Maruta" Englisch gelernt hat. "Maruta"… „MALTA!!!“) Aber wir verstehen uns blendend und sie ist begeistert, dass ich doch einiges an japanisch sprechen, lesen und verstehen kann.
Wir bringen meine Koffer ins Hotel in Asakusa
(siehe "Japan und Kapselhotels") und sind gleich wieder on tour - der
"Sensoji" (Tokyos wichtigster Tempel) ist gleich in der Gegend
(siehe "Japan und Tempel"). Und schon sind wir mitten unter den Leuten.

Kulturschock? Keine Spur! Ich fühl mich gleich wie zu Hause. Überall gibt es Souvenirs zu kaufen (aber nicht nur für
“gaijin“ (=Ausländer)! Viele Japaner kaufen hier ihre Geschenke für zu Hause ein.), Kitsch, Süßigkeiten,… ein Paradies!
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JAPAN UND TEMPELVor den Tempeln gibt es meistens Glückslose zu kaufen. Dazu wirft man 100 Yen (ca 70 Cent) ein, schüttelt eine runde Box und lässt dann eines der sich darin befindlichen Stäbe aus einem winzigen Loch gleiten. Darauf steht eine Zahl - von dem Kästchen mit dieser Zahl kann man sich dann sein Los ziehen.
Aki-san zieht ein Los, welches "sehr gutes Glück" vorhersagt. Meines nur "regular". Gott sei Dank sind wir in Tokyo, da werden diese Lose übrigens zweisprachig gedruckt.
Aber "regular" ist nicht so schlecht - ich soll es behalten. Denn nur die "bad luck" - Lose werden an die Stäbe gebunden, die vor den Losboxen stehen! Das "bad luck" will man doch nicht haben, oder?

Bevor man einen Tempel betritt, muss man sich die Hände waschen. Dafür steht immer ein Brunnen an der Seite bereit. Ein kleiner Schrein mit Sand, in den man Duftstäbe stecken kann, steht auch direkt vor dem Tempeleingang. Der Rauch wird über den Kopf gewachtelt - soll Glück bringen. Bin dabei. Mache mit. Komm mir gar nicht doof vor.
Wenn man den Tempel betritt, gibt man eine Opfergabe. Können auch nur 5Yen (ein paar Cent, wenn überhaupt) sein, die man einwirft.
Lustig - im Inneren gibt es eine gleiche Stelle wie vorne, wo man die Münzen reinwirft, nur ist diese um einiges größer. Wir witzeln noch, das ist die Gabenstelle für die Banknoten-Spenden.
Ja, guter Witz. War tatsächlich so... zumindest haben da alle fast nur 1000er reingeworfen (ca 7 EUR, naja…) ...
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JAPAN UND KAPSELHOTELS
Um 4 bin ich im Hotel, schicke die ersten Mails an die daheimgebliebenen hinaus und überlege dann, wie ich mich am besten duschen gehe. Als Europäer hat man halt ein bisschen Schamgefühl… Aber in einem Kapselhotel gibt es keine privaten Duschen. Es geht zu wie in einer Art
"onsen" - ein großer Duschraum (streng getrennt, ja keine Männer rein, da!! Weg, weg, weg!!!), in dem ein über-dimensionales Becken mit ca. 40-45 Grad warmen Wasser steht.
Aber: erst duschen - dafür gibts Plastikhocker vor Duschbrausen. Haarewaschen bitte hier, und auf keinen Fall Seife mit ins Becken nehmen - man duscht sich vorher und geht dann sauber ins Becken, da dieses ja alle anderen Damen mitbenutzen.
Das heisse Wasser war das beste vom ganzen Tag! Krebsrot wieder nach oben und rein in die Kapsel… ein Erlebnis für sich.
In der Kapsel gibt es alles, was man braucht - Fernseher (funktioniert allerdings nur gegen ein geringes Entgelt), Radio Licht und Wecker.
Ein Futon, ein Pölsterchen, eine Decke. Und ein Bambusrollo, um wenigstens ein wenig Privatsphäre zu vermitteln.
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JAPAN UND HÖFLICHKEIT
Bevor ich mich schlafenlege, bestürmt mich eine verzweifelte Japanerin. Irgendwas mit
"Denki!!?? Denki!!??" oder so. Und dann
"Laito!! Laito!!"Verzweifelt, da keine Ahnung, von was die gute Frau da redet, schüttle ich den Kopf...
"Sumimasen, wakarimasen!"Bis es mir dämmert - Light!! Sie kann ihr Licht nicht einschalten! Alles klar, das geht, deute ihr höflich, ob ich ihre Kapsel be"knien" kann (be"treten" wäre das falsche Wort...) und schalte ihr das Licht ein. Mit einem Schwall an
"Arigatou, arigatou, doumo arigatou gozaimasu!!" kniet sie vor ihrem Kapselloch und verbeugt sich ständig lächelnd vor mir. Bitte, gern geschehen. Noch während ich in meine Kapsel rutsche, bedankt sie sich.
Was für ein nettes Volk...
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... to be continued...